Freie Fahrt durchs Wiesental: Die Radschnellverbindung RS7 nimmt Gestalt an

Am 8. Oktober 2026 kam der Projektbegleitkreis zur Radschnellverbindung Wiesental RS7 zum dritten Mal zusammen. Das Landratsamt Lörrach und das beauftragte Planungsbüro informierten über den aktuellen Projektstand, die Finanzierung und die nun begonnene Entwurfsplanung. Die Umsetzung des Projekts startet zunächst mit drei Abschnitten: Dreilandklinikum Lörrach, Schopfheim West und Maulburg Bahnhof. Bei der Auswahl spielten mehrere Kriterien eine Rolle: der Nutzen für die Radfahrenden, die Komplexität des jeweiligen Abschnitts und eine sinnvolle Verteilung über die gesamte Strecke. Außerdem wurde berücksichtigt, wo sich die Planung gut mit anderen Vorhaben verbinden lässt, etwa mit Verkehrsprojekten im Wiesental, neuen Wohn- und Gewerbegebieten oder anstehenden Kanal- und Fahrbahnsanierungen. Anschließend hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Hinweise direkt einzubringen.
Warum war es so lange still?
Seit der letzten Sitzung des Projektbegleitkreises im Mai 2022 ist einige Zeit vergangen. Martina Hinrichs und Bettina Siegismund vom Landratsamt Lörrach haben offen erläutert, was in diesem Zeitraum passiert ist. 2024 haben die Gemeinderäte die Vorzugstrasse beschlossen, Ende 2024 lag der Endbericht zur Vorplanung mit einer aktualisierten Kostenschätzung vor.
Weil sich zugleich die Fördersystematik geändert hat, musste die Finanzierung des Projekts neu geklärt werden. Daraus entstand ein neuer Ansatz: Die Strecke wird nicht mehr als Ganzes geplant, sondern in sogenannten verkehrswirksamen Abschnitten, die jeweils für sich funktionieren. Radfahrende profitieren so bereits von den ersten Teilstücken und müssen nicht auf die gesamte Trasse warten. Der Kreistag hat diesem Vorgehen im Oktober 2025 zugestimmt. In der ersten Jahreshälfte 2026 folgte das europaweite Vergabeverfahren für die weitere Planung.
Vom Strich auf der Karte zum baubaren Weg
Wie breit wird der Weg? Wie steil darf er werden? Wie quert man sicher eine Straße? Wie nutzen die Verkehrsteilnehmenden (PKW, LKW, Fußgänger und Radfahrende) den Platz? Um solche Fragen geht es jetzt in der Entwurfsplanung, die Niclas Förster und Florian Krentel vom Planungsbüro Fichtner Water & Transportation vorgestellt haben. Ziel ist ein Radweg, auf dem man komfortabel und sicher unterwegs ist.
Mitreden statt nur zuhören
Danach waren die eingeladenen Teilnehmenden aus Verbänden, Unternehmen, Verwaltungen und Politik selbst gefragt. An fünf Themenstationen konnten sie mit den Fachleuten diskutieren, nachhaken und eigene Ideen einbringen. Die Themen reichten vom Nutzen für die Region über die ersten Bauabschnitte bis zur Frage, wie die Öffentlichkeit künftig eingebunden wird. Zum Abschluss gaben die Planer vom Planungsbüro und Landratsamt einen Überblick welche Hinweise sie an den jeweiligen Stationen entgegengenommen haben und bedankten sich bei den Teilnehmenden.
Was als Nächstes kommt
Seit Sommer 2026 werden die ersten drei Abschnitte im Detail ausgearbeitet. Ab Herbst beginnt die Planung der neuen Wiesebrücke am Dreilandklinikum. Im Frühjahr 2027 sind dann alle gefragt: Bei einer öffentlichen Begehung können sich Bürgerinnen und Bürger über den Planungsstand informieren.



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